Das war…

… das Zeggern 2026 – Vom Schaf zur Wolle

Am 5. und 6. September verwandelte sich der idyllische Schlosspark Gleinstätten wieder in einen außergewöhnlichen Festplatz. 14 Vereine und die Marktgemeinde Gleinstätten kredenzten an ihren liebevoll dekorierten Ständen traditionelle Zeggern-Kulinarik – und auf der Bühne und im Rahmenprogramm wurde es diesmal unter dem Motto „Vom Schaf zur Wolle“ tierisch kuschelig.

Ein stimmungsvoller Auftakt am Samstag

Den Auftakt machte am Samstag ein Dämmerschoppen unter der Patronanz des Lagerhaus Gleinstätten-Ehrenhausen-Wies. Die Spielgemeinschaft Bad Schwanberg–St. Peter sorgte für beste musikalische Unterhaltung, bevor die Südsteirische Bratlmusi die zahlreichen Gäste durch einen gemütlichen Zeggern-Abend begleitete.

Am Sonntag zeigte sich dann auch das Wetter von seiner schönsten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein strömten wieder zahlreiche Gäste aus nah und fern und aus allen Generationen in den Schlosspark. Denn eines scheint längst festzustehen: Das Zeggern darf man nicht versäumen.

Der Musikverein St. Johann i. S. sorgte unter der Patronanz von Obst Oswald für beste Frühschoppenstimmung. „Sumsi on Tour“ begeisterte die jüngsten Gäste, während die unterschiedlichen Schafrassen im schattigen Schlosspark nicht nur bei den Kindern für großes Interesse sorgten.

Auch die Kinder des Gleinstätter Kindergemeinderats waren erstmals beim Zeggern mit dabei und boten ihre selbstgemachten Popcorn-Schafe gegen eine freiwillige Spende an.

Ein besonderer Auftakt für das Festprogramm

Um 13.30 Uhr begann das traditionelle Festprogramm mit einem besonderen heimischen Höhepunkt: der Präsentation der drei erst kürzlich gekrönten steirischen Weinhoheiten Cäcilia, Julia und Sandra.

Mit Sandra Purkart kommt erstmals eine steirische Weinhoheit aus der Marktgemeinde Gleinstätten. Bürgermeisterin Elke Halbwirth und Vizebürgermeister Gerhard Ully nutzten den festlichen Rahmen, um den drei Weinhoheiten zu gratulieren und ihnen viel Freude und Energie für ihre kommenden zwei Jahre zu wünschen.

Vom Schaf zur Wolle – Handwerk zum unmittelbaren Erleben

Dann tauchten wir ein in das diesjährige Thema. Den Anfang machte eine außergewöhnliche Rassenschau von Herdenschutz-, Hüte- und Treibhunden.

Mag. Barbara Fallent, Präsidentin des AHHC und des Ringtraining-Clubs Austria, hatte Mitglieder und ihre Hunde für diese besondere Präsentation nach Gleinstätten geholt. Die ÖKV-Leistungsrichterin Maria-Luise Doppelreiter stellte dem interessierten Publikum 15 unterschiedliche Hunderassen vor und erklärte deren Eigenschaften und Bedeutung in Zusammenhang mit der Schafhaltung.

Danach wurde es auf der Bühne besonders tierisch: Tobias Stiegler aus Haslach brachte sein Schaf „Sirene“ mit. Das an Menschen gewöhnte Tier ließ sich vom Trubel rundherum kaum beeindrucken und wurde direkt auf der Zeggern-Bühne vom professionellen Schafscherer Alexander Puchleitner geschoren.

Bevor Sirenes frisch geschorene Wolle weiterverarbeitet wurde, kamen zwei Experten zu Wort: DI Paul Loibner, Redakteur des Fachmagazins Schaf & Ziegen, und Bernhard Tasotti, Obmann des Schaf- und Ziegenzuchtverbandes. Im Gespräch ging es um Schafhaltung und Schafrassen, die Bedeutung der Schafzucht in der Steiermark und um Ausbildungsmöglichkeiten für Interessierte.

Altes Handwerk, das bis heute begeistert

Was danach folgte, zeigte eindrucksvoll, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, bis aus einem Schaffell ein fertiges Wollprodukt entsteht.

Maria und Franz Lierzer aus Goldes/Burgstall hatten dafür beinahe ihre gesamte Werkstatt zum Zeggern verlegt. Auf einem mehr als 100 Jahre alten Wollross, auch Kardierbock genannt, demonstrierte Franz Lierzer, wie die Wollfasern sorgfältig in eine Richtung gekämmt werden, bis ein gleichmäßiges Vlies entsteht.

Dieses Vlies kann anschließend unterschiedlich weiterverarbeitet werden: Es kann versponnen oder zum Filzen und Walken verwendet werden. Beide Wege wurden auf der Zeggern-Bühne anschaulich vorgeführt.

Susanne Metzenrad zeigte an einem alten Spinnrad, wie aus dem Vlies durch gleichmäßiges Drehen ein feiner Faden entsteht und auf eine Spule gewickelt wird. Für die weitere Verarbeitung, etwa zum Stricken, werden mehrere dieser Fäden miteinander verzwirnt.

Maria Lierzer brachte gleich zwei historische Webstühle mit auf die Bühne. Einer davon stammt aus dem Jahr 1919. Sie demonstrierte verschiedene Webarten und Bindungen und präsentierte ein ganz besonderes Stück: ein selbstgenähtes Dirndlkleid aus Stoff, den sie einst selbst gewebt hatte – ein Unikat traditioneller Handwerkskunst, wie man es heute nur noch selten zu sehen bekommt.

Den Abschluss der handwerklichen Reise bildete die Kunst des Filzens. Monika Reindl zeigte mit viel Geschick und Sorgfalt, wie aus Vlies, heißem Wasser und Seife kuschelig warme Schafwollpantoffeln entstehen. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen lud sie anschließend die Kinder dazu ein, selbst kleine Schlüsselanhänger zu filzen. Wunderschöne handgefertigte Wollprodukte gab es ebenfalls zu entdecken und zu erwerben.

Und am Ende wurde noch lange „gezeggert“

Traditionell fasste OSR Herbert Stiegler das Zeggern 2026 auf seine ganz besondere Weise in Reimen zusammen. Danach versammelten sich die Vertreter:innen der 14 Gastgeber zum gemeinsamen Abschlussfoto, während die Kreuzberg Blos zünftig aufspielte.

Doch an ein schnelles Ende war nicht zu denken: Bei guter Musik, köstlicher Kulinarik und vielen fröhlichen Begegnungen genossen die Gäste den spätsommerlichen Sonntag im Schlosspark noch lange.

Hinter einem Fest wie dem Zeggern stehen viele Menschen, die lange vor dem ersten Veranstaltungstag planen, organisieren und vorbereiten. Ein besonderer Dank gilt daher unserem Organisationsteam Fritz Stiegelbauer, KR Mag. (FH) Josef Muchitsch und Johannes Prattes, Bgm. Elke Halbwirth, Vzbg. Gerhard Ully,  den 14 mitwirkenden Vereinen sowie allen Helfer:innen, Partnern und Unterstützer:innen, die mit ihrem Einsatz das Zeggern 2026 möglich gemacht haben.

Und natürlich gilt unser Dank den vielen Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern. Sie haben auch 2026 wieder gezeigt: Das Zeggern lebt von den Menschen, die gemeinsam Tradition pflegen, Wissen weitergeben und miteinander feiern.

Zeggern 2026 in Bildern

Die schönsten Momente des Zeggerns 2026 haben wir in unserer Bildergalerie festgehalten. Im nächsten Jahr werden wir dann am 4. und 5. September 2025 unser 25. Zeggern feiern! Aber jetzt: viel Freude beim Zurückblicken!